Leewelle auf 4800m – 2. Mai 2009

weit oben ist's kalt

Von Patrick wieder Mal ein „kalter“ Bericht :
Seitdem ich den UP Edge fliege wird’s mit den Bildern immer weniger, da er mir selten Zeit zum Fotografieren lässt. Man muss halt Prioritäten zwischen Leistung und „Foto machen“ setzen … Aber jetzt zum eigentlichen Thema. Da es vergangenes Wochenende teilweise sogar am Kulm unfliegbar war, nutzte ich dieses Wochenende zum Segelfliegen. Am Samstag in der Früh um 6 Uhr kündigte sich dieser besondere Tag schon mit traumhaften Lentis am Himmel des wunderschönen Mürztals an. Um 7:00Uhr am Flugplatz angekommen befreite ich den Flieger, eine ASW19, aus ihrem Nachthemd und räumte meinen Berg an Utensilien was man so während des Fluges braucht ein. Danach ging’s schon los. Nach mehrmaligem Durchfliegen von Rotoren im Schlepp klinkte ich aus und suchte die ersehnte Rotorlinie. Nach mehrmaligen probieren und „herumbasteln“ fand ich sie auch und es ging dann gleich mal extrem bockig nach oben (stieß mehrere Male an der Cockpithaube mit den Kopf an). Nach dem überwinden der Rotoren kam ich in den laminaren Bereich, sprich in die Leewelle. Nach kurzer Zeit in der Welle musste ich wieder absteigen, da Schneeschauer aufzogen, welche durchflogen werden wollten. Danach war ich schon wieder ziemlich tief und das Ganze Prozedere mit Rotoren fing nochmals von vorne an. Übrigens, wir hatten an diesem Tag 30 bis 45km/h Wind!!! Aber dieses Mal war alles Tipptop und ich konnte in der Welle aufsteigen. Nachdem ich die 3800m Marke erreicht habe, musste ich wegen den Lufträumen bei Wien Information und Graz Tower bzgl. Höhenfreigabe anfragen. Die Kontroller bzw. Kontrollerin waren sehr freundlich und gaben mir bis FL150 frei (ca.5000m). Da ich keinen Sauerstoff dabei hatte (perfekte Flugvorbereitung, an alles hat er gedacht nur an das Wichtigste nicht) und mir bei den Füßen saukalt war, hörte ich in ca. 4800m auf und fuhr die Störklappen aus und vernichtete in ca. 15min 4300 Höhenmeter. Es wäre ziemlich sicher bis 8000m gegangen. Nach der Landung mussten mich meine Kollegen mehr oder weniger aus dem Flieger herausheben. Tja das Streckenfliegen hat an diesem Tag nicht funktioniert da östlich vom Semmering und westlich von Leoben alles zu gestaut war. Es war trotzdem ein absolut geiler Flug mit traumhafter Aussicht.
Wenn wer Lust auf einen Segel bzw. Motorseglerflug hat, der kann sich gerne Mal bei mir melden (wer sich fürchtet, wir fliegen sicher nicht bei solchen Bedingungen, außer jemand will es so haben)… Bis bald am Kulm zum „Gleitschirmstreckenfliegen“!!!

Leewelle auf 4800m – 2. Mai 2009